Coverbild Jeder von uns bewohnt die Welt auf seine Weise von Jean-Paul Dubois, ISBN-978-3-423-43811-7
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Jeder von uns bewohnt die Welt auf seine Weise

Roman
Prix Goncourt 2019
Prix Goncourt 2019 – der Nummer-1-Bestseller aus Frankreich

Warum sitzt ein unauffälliger Mensch wie Paul Hansen im baufälligen Gefängnis von Montréal? Der in Frankreich aufgewachsene Sohn eines dänischen Pastors und einer Kinobesitzerin hatte schon einiges hinter sich, bevor er seine Berufung als Hausmeister in einer exklusiven Wohnanlage in Kanada fand. Ein Vierteljahrhundert lang lief alles rund – die Heizungsanlage ebenso wie die Kommunikation, bis Paul eines Tages die Sicherung durchbrennt. Nun erträgt er mit stoischer Ruhe seinen Zellengenossen Patrick, einen Hells-Angels-Biker, der sich jedoch von einer Maus ins Bockshorn jagen lässt. Paul hat viel Zeit zum Nachdenken – Zeit für tragikomische Lebenslektionen und unerwartetes Glück.

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eBook
Aus dem Französischen von Nathalie Mälzer und Uta Rüenauver
256 Seiten, ISBN 978-3-423-43811-7
Autorenporträt
Portrait des Autors Jean-Paul Dubois

Jean-Paul Dubois

Jean-Paul Dubois, geboren 1950 in Toulouse, studierte Soziologie und arbeitete zunächst als Sportreporter für verschiedene Tageszeitungen. Später berichtete er für den ...
Übersetzerporträt

Nathalie Mälzer

Nathalie Mälzer, geboren 1970, ist Literaturübersetzerin und Professorin für Transmediale Übersetzung an der Universität Hildesheim. Sie hat über 40 Romane, Sachbücher, ...
Übersetzerporträt

Uta Rüenauver

Uta Rüenauver, geboren 1964, hat Germanistik, Romanistik und Philosophie studiert. Sie arbeitet als Lektorin sowie als Feature- und Essay-Autorin für den Rundfunk. Aus ...

Pressestimmen

WDR, Hier und heute, August 2020
»Ein herzenswarmes, leises und kluges Buch, das jeder Mensch einmal lesen sollte.«
Dina Netz, WDR 5, Neugier genügt, Buch der Woche, Juli 2020
»Dubois' Roman ist durchzogen von Melancholie und Komik, grundiert von einer großen Menschenfreundlichkeit.«
mein/4, Georg Büchner Buchladen, September 2020
»Das ist mal melancholisch, mal sehr komisch und vor allem wunderbar geschrieben.«
Bernd Kielmann, Buch-Magazin, September 2020
»Eine Hymne auf bedrohte Werte, die das Leben lebenswert machen.«
Thomas Andre/Felix Müller, Berliner Morgenpost, August 2020
»Ein lebenskluger, komischer Roman, der mit dramaturgischem Geschick die erzählerischen Ebenen wechselt.«
Marco Krefting, Darmstädter Echo, August 2020
»Zudem spickt der Autor sein Buch mit wunderbaren Sprachbildern, gut getroffen in der Übersetzung von Nathalie Mälzer und Uta Rüenauver.«
Claudia Kramatschek, deutschlandfunkkultur.de, August 2020
»[Jean-Paul Dubois'] Roman über ein Leben voller Verluste ist existentiell, bodenständig und zugleich wie hingetuscht.«
dpa/azonline.de, August 2020
»Tragik und Humor liegen nah beieinander - im Leben wie auch in diesem Buch. Und der Autor gibt seinem Publikum anhand der Mini-Porträts gleich mehrere Ansätze für Lebensweisen und Glücklichsein mit.«
Barbara Meixner, BuchMarkt, August 2020
»Ein melancholisch-komischer, wunderbarer Roman,«

Leserstimmen

Ihre Meinung
»Montreal, Quebec: Seit etwas mehr als einem Jahr befindet sich Paul Hansen im Bordeaux-Gefängnis. Seine karge Zelle teilt er sich mit dem Hells-Angel-Biker Patrick. Paul hat viel Zeit zum Denken, zieht die Bilanz seines Lebens, erinnert sich an seine Kindheit in Toulouse, wo sein Vater Pastor war und seine Mutter ein Programmkino betrieb, wie es seinen Vater und ihn selbst nach Kanada verschlug. Er erinnert sich an seine geliebte Frau Winona, sein Leben als Hausverwalter im Wohnkomplex Excelsior, wo er fast ein Vierteljahrhundert Seele des Hauses war. Was hat einen Menschen wie Paul, der unauffällig, reflektiert, klug, selbstlos ist, ins Gefängnis gebracht? Dieser Frage geht der französische Schriftsteller Jean-Paul Dubois in seinem Roman „Jeder von uns bewohnt die Welt auf seine Weise“ nach. Dubois erzählt eine Geschichte von Aufbrüchen und Neuanfängen, von Verlust und Haben, eine bemerkenswerte tragicomédie. In der Haft hat Paul alle Zeit der Welt. Seine Strafe, wofür auch immer er sie erhalten hat, nimmt er widerspruchslos an. Er arrangiert sich mit dem kalten, hinfälligen „Organismus“ Gefängnis mit stählernem Herzen und gefräßigen Eingeweiden. Auf sehr wenigen Quadratmetern, in denen er und sein Mitinsasse nichts Menschliches voreinander verbergen können, erträgt Paul stoisch nicht nur Patricks Verdauungsrituale, sondern auch dessen „Geistesgirlanden“ Paul befindet sich in seinen Gedanken, einer verschütteten Welt. Es sind „seine drei Toten“, die ihm wieder ihre Aufwartung machen, sein Vater Johanes, seine Frau Winona, sein Hund Nouk, mit denen Paul durch ein starkes emotionales Band verbunden ist. „Wir waren beisammen, die Toten und der Lebende, aneinandergeschmiegt, um uns gegenseitig das zu geben, was wir auf grausame Weise vermissten, ein wenig Wärme und Trost.“ Selbstverständlich ist Pauls Erzählstimme nicht objektiv, trotzdem empfinde ich ihn nicht als unzuverlässigen Erzähler. Jedenfalls ist Paul ein sehr akribischer Erzähler. Seinem Vater Johanes würden viele „unnötige, aber präzise Notizen“, „Genauigkeit, Richtigkeit und die Nennung von Details“ gefallen, überlegt Paul. Dubois schlägt so gekonnt einen Bogen von einer komplizierten Familiengeschichte zu politischen und gesellschaftlichen Geschehen, zu Skandalfilmen, zum Raubbau an der kanadischen Natur, zu den Unabhängigkeitsbestrebungen Quebecs. Wenn man Paul als „Mann der Dinge“ verstehen kann, dann versteht man auch die vielen kleinen eingestreuten Details. Erst gegen Schluss des Buches versteht man auch, was Paul veranlasst hat, zu tun, wofür er verurteilt wurde. Jeder bewohnt die Welt auf seine Weise, jeder Mensch hat seinen Platz im Leben. Pauls Welt besteht aus Verständnis und uneigennütziger Menschlichkeit, diesen Platz behält er sich auch im Scheitern. Jean-Paul Dubois hat mit diesem Buch viele Saiten in mir zum Klingen gebracht.«
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